ZWEIBRÜCKEN Stadt „Dollenweg ist nicht vergessen“ Versprochene Neugestaltung lässt allerdings weiter auf sich warten

In einer Nacht- und Nebelaktion ließ die Stadt vor zwei Jahren den von Bürgern mühevoll gestalteten Dollen-Henrich-Weg zerstören. Zwar hat Oberbürgermeister Kurt Pirmann kurz darauf versprochen, den Wanderweg schöner denn je neu zu gestalten – doch das geht bei weitem nicht so schnell.

Zwei Jahre nach der Zerstörung des Oberauerbacher Dollen-Henrich-Wegs ist dessen Neugestaltung als Wanderweg noch keinen Schritt vorangekommen.

Die Stadtverwaltung hatte Ende März 2013 die Holzgeländer, -treppenstufen und -spielgeräte abgesägt und herausgerissen, die Oberauerbacher Bürger mit Unterstützung des Ortsbeirats 2007 angelegt hatten. Und das, obwohl kurz zuvor rund 900 Oberauerbacher für den Erhalt des Dollenwegs unterschrieben hatten. Dies sorgt für einen Proteststurm in ganz Zweibrücken. Dass der haftungsrechtlich begründete Rückbau in Form einer Nacht- und Nebelaktion erfolgte, bedauerte die Stadt. Und mehr noch: Oberbürgermeister Kurt Pirmann (SPD) versprach Ende Mai 2013 im Oberauerbacher Ortsbeirat, der Dollenweg werde schöner denn je neu gestaltet – als „Premiumweg“ (ein deutschlandweites Gütesiegel für naturnahe Wanderwege), die Stadt werde für die Trasse sorgen, die Zustimmung der Unteren Naturschutzbehörde einholen und den Versicherungsschutz übernehmen. Doch die Erleichterung über diese Ankündigung ist in Oberauerbach ziemlich verflogen. Harald Scherer, der 2007 Initiator der Wegegestaltung war, berichtet auf Merkur-Anfrage: „Die Stadt hat Versprechungen gemacht – halten tun sie sie nicht.“ Von der Stadt habe sich auch niemand mehr bei ihm gemeldet. Scherers Eindruck: „Die Sache ist eingeschlafen.“ Das sei schade, denn die Landschaft um den Weg sei so schön, dass der (teils ziemlich steile) Pfad weiter begangen werde. Aber meist nur nach oben, denn „abwärts ist es sehr rutschig“, seitdem die Holzaufbauten entfernt wurden. Gibt es Neues in Sachen Dollenweg-Neugestaltung? „Nein“, fasst Ortsvorsteher Andreas Hüther (CDU) kurz und knapp den Sachstand zusammen. Zwar habe die Stadt bei einem Treffen im August 2013 mit ihm, SPD-Ortsvereinschef Willy Danner-Knoke (der Ortsverein hatte die Patenschaft über den Dollenweg übernommen und beim Anlegen der Holzaufbauten 2007 fleißig mitgewirkt) und Verkehrsamtsleiter Thilo Huble „noch einmal die Zusage gegeben, den Weg neu zu gestalten“. Doch danach habe es gleich mehrere Verzögerungen gegeben, aus unterschiedlichen Gründen. So habe er in dem Gespräch den Auftrag erhalten, „eine Zusammenkunft mit dem Forst und dem Gartenbau zu organisieren“. Weil er aber zunächst geglaubt habe, dies solle das Verkehrsamt organisieren, habe er diese Zusammenkunft erst im Februar 2014 organisiert: „Zwei Stunden vor dem Termin wurde dieser dann vom UBZ abgesagt“. Denn UBZ-Chef Werner Boßlet sei nicht informiert gewesen, dass sein Gartenbau-Experte Heiko Hübscher kommen sollte – und habe erklärt, „der UBZ könne nicht alles machen“, so Hüther. Vergangenen November dann sei der Dollenweg noch einmal Thema in einer Ortsvorsteher-Besprechung mit dem Oberbürgermeister gewesen. Ergebnis: „Ich sollte mich nochmal drum kümmern. Dazu bin ich aus persönlichen Gründen aber noch nicht gekommen.“ Er habe dieses Jahr noch nicht einmal geschafft, eine Ortsbeiratssitzung einzuberufen, bittet Hüther um Verständnis. Ab der zweiten April-Hälfte wolle er aber in Sachen Dollenweg tätig werden.

Stadtsprecher Heinz Braun betont auf Merkur-Anfrage: „Der Dollenweg ist nicht vergessen.“ Die Neugestaltung brauche aber noch etwas Zeit – aus technischen Gründen. Ende 2014 habe die Stadt erfahren, „dass Sicherheitsüberprüfungen für alle Wege gemacht werden müssen, die ins Wanderwegenetz eingezeichnet sind“. Die Stadt habe daraufhin UBZ und Forstamt angefragt, „doch die sehen sich dazu nicht befähigt“. Deshalb müsse die Begutachtung ausgeschrieben werden. Dies werde aber sicher bis zum Sommer dauern. Danach werde es mit dem Gutachter eine Begehung des Dollenwegs geben und geschaut, was dort zu tun ist und wer aus Oberauerbach dabei helfen könnte. Klar sei für die Stadt das Ziel: „Auf jeden Fall wird der Dollenweg naturnah gestaltet, so wie es heute Standard ist, also weder mit Beton noch mit Holzstützpfeilern.“

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