Stadt: Dollen-Henrich-Weg ist erneuert Asylbewerber hätten Pfad „naturnah wieder hergerichtet“. Ex-Wegepate widerspricht: Es wurde nur Laub weggeräumt.

Von Mathias Schneck
Zweibrücken: Der Dollen-Henrich-Weg in Oberauerbach ist erneuert worden. Oder etwa doch nicht? Widersprüchliche Aussagen gab es dazu am Freitag. Völlig überraschend verschickte die Verwaltung der Rosenstadt an diesem Tag eine Pressemitteilung.

„Der Dollen-Heinrich-Weg ist naturnah
wieder hergerichtet und
als Wanderweg gut begehbar.
„Äste wurden
zurückgeschnitten,
an manchen Stellen
wurde der Weg
verbreitert.“

Die Stadt in ihrer Pressemitteilung Asylbewerber haben in den vergangenen
drei Monaten die Arbeiten erledigt“, heißt es in der E-Mail des Rosenstadt-Rathauses. Diese Aussage ist deshalb überraschend, weil Heinz Braun, Pressesprecher der Stadt, noch am 23. Februar auf Anfrage unserer
Zeitung mitgeteilt hatte, dass die – bereits wiederholt in Aussicht gestellten
– Erneuerungsarbeiten wegen schlechten Wetters noch nicht begonnen hätten, aber bald starten sollten. Und nun die Überraschung: Es wurde laut Pressemitteilung
vom Freitag an dem Weg gearbeitet – und das wie bereits erwähnt seit drei Monaten. Was alles getan worden sei, listet die Stadt wie folgt auf: „Äste, die in den Weg geragt haben, wurden zurückgeschnitten. Auch herumliegende Baumstämme, die in den Weg geragt haben, wurden gekürzt. Holzstufen wurden aus Sicherheitsgründen entfernt oder auch nachbearbeitet. An manchen Stellen wurde der Weg verbreitert“, heißt es in der E-Mail. Tatsächlich wurden – wie bereits
von Braun Ende Februar im Merkur angekündigt – Asylbewerber unter Aufsicht in die Arbeiten eingebunden. Namentlich erwähnt wird Diriye Khader, ein 23 Jahre alter Somalier. Dieser „hat die Hauptaufgaben erledigt“, so die Stadt. Michael Wirth, Mitarbeiter des Amtes für soziale Angelegenheiten, habe das Ganze betreut. „Die Arbeiten wurden abgestimmt mit dem Forst und dem Verkehrsamt, das für Wanderwege zuständig ist. Damit der Weg für Wanderer besser erkennbar ist,
wurden und werden noch Markierungen angebracht“, heißt es in der Mitteilung abschließend. Also: Ende gut – alles gut? Der Merkur fragte bei Harald Scherer
nach. Scherer war bis März 2013 „Wegepate“ des Dollen-Henrich-Weges. Heißt, er pflegte den Weg und schaute dort nach dem rechten. Ende März 2013 ordnete die
Stadt an, den Dollen-Henrich-Weg zu beseitigen. In einer Hau-Ruck-Aktion wurden dort etwa Geländer entfernt und Stufen aus dem Boden gerissen. Daraufhin legte Scherer frustriert die Wegepatenschaft nieder. Seitdem ist nach seiner Aussage die SPD Oberauerbach offizieller Wegepate. Als Scherer am Freitag vom Merkur
auf die Mitteilung der Stadt, der Weg sei erneuert worden, angesprochen
wurde, rief er erstaunt aus: „Das muss ich mir gleich mal ansehen!“ Denn er habe von nichts gewusst. Eine gute Stunde später melde er sich resigniert
wieder: „Von wegen erneuert! Da ist nur Laub aus dem Weg geräumt worden. Sonst wurde gar nichts gemacht.“ Es gebe noch einige Markierungen an Bäumen, die habe
er aber bereits vor einigen Wochen wahrgenommen und frohlockt, dass nun endlich etwas geschehen werde. Aber umsonst, bilanzierte Scherer nun. Stadtsprecher Heinz Braun war am Freitagnachmittag auf seinem Mobiltelefon für Rückfragen nicht mehr erreichbar.

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