Bericht Pfälzischer Merkur vom 20. 05. 2015 von Norbert Schwarz

Der Dollen-Henrich-Weg ist weiterhin in der Warteschleife. Verfahrens- und haftungsrechtliche Fragen sind weiterhin ungeklärt. Bis dahin, heißt es bei der Stadt, wird am Weg gar nichts passieren.
Bald kartiert werden soll der Verlauf des Dollen-Heinrich-Weges, dessen Zerstörung (wir berichteten mehrfach) bei den Vorstadtbürgern und den Mitgliedern im Ortsbeirat auf viel Unverständnis gestoßen ist. Das jedenfalls konnte Ortsvorsteher Andreas Hüther den Mitgliedern des Ortsbeirates Oberauerbach in der Sitzung am Montag mitteilen. Der Wegeverlauf sei auch schon einer Stadtvertreterin abgegangen worden, so der Ortsvorsteher, doch sonst sei weiterhin alles in der Schwebe. Sehr unbefriedigend, wie die Ratsmitglieder parteiübergreifend fanden.

Dritte Protestwanderung auf dem Doll-Henrich-Weg

Organisator Christian Stolle will mit Aktion „an ein großes Unrecht“ erinnern

Von Lutz Fröhlich, 28.04.2015 00:00
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Die Stadt ließ die Holzaufbauten 2013 zerstören und warf sie in den Bach. Foto: pma/cos Foto: pma/cos
Zwei Jahre ist es mittlerweile her, dass die Stadt von Bürgern ehrenamtlich angelegte Holzaufbauten am Dollenweg in Oberauerbach zerstören ließ. Eine Protestwanderung soll am Freitag an den Vorgang erinnern.

Am Freitag, 1. Mai, gibt es eine Protestwanderung auf dem Oberauerbacher Dollen-Henrich-Weg. Dazu ruft, wie schon in den Vorjahren, der Bürger Christian Stolle auf. „Wir geben nicht auf, zumal das Kämpfen für eine gerechte Sache so viel Spaß macht“, schreibt Stolle. Treffpunkt ist um zehn Uhr am Gasthaus Sutter in Niederauerbach, Pirmasenser Straße 114. Von dort geht es auf den Dollenweg, dessen von Bürgern ehrenamtlich angelegte Holzaufbauten 2013 von der Stadt zerstört worden waren. Nach einer Protestwelle in ganz Zweibrücken hatte Oberbürgermeister Kurt Pirmann versprochen, den teils steilen und rutschigen Pfad schöner denn je neu zu gestalten, als Premiumweg (wir berichteten).

Stolle schreibt: „Diese Wanderung ist eine tolle Möglichkeit, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden: Wer mitmacht, erlebt eine wunderschöne Wandertour durch die Natur und wird gleichzeitig aus erster Hand informiert über die tragische Geschichte des Dollen-Henrich-Wegs und kann durch seine bloße Anwesenheit helfen, an ein großes Unrecht zu erinnern. Die Wiedergutmachung wurde versprochen, aber nicht umgesetzt. Aber aussitzen gilt nicht, Herr Pirmann!“ Die Wanderstrecke betrage etwa 15 Kilometer. Bei einer kurzen Rast könne Proviant verzehrt werden, zudem gebe es eine längere Pause im Harzbornhaus (gutbürgerliche Küche). Zum Ausklang folge ab 15 Uhr im Sutter-Biergarten ein kostenloses Musikprogramm, ab 16.30 Uhr spielen „Pleite und ein Geier“. Wem die Strecke zu weit ist, der könne um elf Uhr in der Ortsmitte Oberauerbach am Bürgerhaus auf die anderen Teilnehmer warten und nur auf dem Dollenweg mitlaufen.

Weitere Informationen und Anmeldung auf der von Christian Stolle angelegten Facebook-Gruppenseite: Protestwanderung „Wandern wo das Funkloch wohnt“ die 3.

MAI 01 Protestwanderung „Wandern wo das Funkloch wohnt“ die 3.

Wir geben nicht auf, zumal das Kämpfen für eine gerechte Sache soviel Spass macht!
Diese Wanderung ist eine tolle Möglichkeit, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden: Wer mitmacht, erlebt eine wunderschöne Wandertour durch die Natur und wird gleichzeitig aus erster Hand informiert über die tragische Geschichte des Dollen-Henrich-Wegs und kann durch seine blosse Anwesenheit helfen, an ein großes Unrecht zu erinnern!
Die Wiedergutmachung wurde versprochen, aber nicht umgesetzt!
Aber aussitzen gilt nicht, Herr Pirmann!Für diejenigen, die die Geschichte des Dollen-Henrich-Wegs noch nicht kennen, sei gesagt, daß es sich dabei um einen krassen Fall von Behördenwillkür und Zerstörung von Bürger-Engagement handelt, die kein normal denkender Mensch akzeptieren kann!

Hier der geplante Ablauf:

Nach einer ausgiebigen Wanderung von ca 15 km mit einer kurzen Rast, um Selbstmitgebrachtes zu verzehren und einer längeren Pause im Harzbornhaus (gutbürgerliche Küche) kann man ab 15.00 im Biergarten des Gasthaus Sutter ein kostenloses Musikprogramm der Spitzenklasse geniessen! Unter anderem werden um 16.30 Uhr „Pleite und ein Geier“ auftreten! Für Ihr leibliches Wohl ist bestens gesorgt!
Wem die Strecke zu weit ist, der hat die Möglichkeit, um 11.00Uhr in der Ortsmitte Oberauerbach am Bürgerhaus auf uns zu warten und nur den Dollen-Henrich-Weg zu laufen. Auf diese Weise kann die Weglänge nach Belieben bestimmt werden, weil man jederzeit umkehren kann, um zum Auto zurückzukehren!

Die Teilnahme ist kostenlos und natürlich auf eigene Gefahr!

ZWEIBRÜCKEN Stadt „Dollenweg ist nicht vergessen“ Versprochene Neugestaltung lässt allerdings weiter auf sich warten

In einer Nacht- und Nebelaktion ließ die Stadt vor zwei Jahren den von Bürgern mühevoll gestalteten Dollen-Henrich-Weg zerstören. Zwar hat Oberbürgermeister Kurt Pirmann kurz darauf versprochen, den Wanderweg schöner denn je neu zu gestalten – doch das geht bei weitem nicht so schnell.

Zwei Jahre nach der Zerstörung des Oberauerbacher Dollen-Henrich-Wegs ist dessen Neugestaltung als Wanderweg noch keinen Schritt vorangekommen.

Die Stadtverwaltung hatte Ende März 2013 die Holzgeländer, -treppenstufen und -spielgeräte abgesägt und herausgerissen, die Oberauerbacher Bürger mit Unterstützung des Ortsbeirats 2007 angelegt hatten. Und das, obwohl kurz zuvor rund 900 Oberauerbacher für den Erhalt des Dollenwegs unterschrieben hatten. Dies sorgt für einen Proteststurm in ganz Zweibrücken. Dass der haftungsrechtlich begründete Rückbau in Form einer Nacht- und Nebelaktion erfolgte, bedauerte die Stadt. Und mehr noch: Oberbürgermeister Kurt Pirmann (SPD) versprach Ende Mai 2013 im Oberauerbacher Ortsbeirat, der Dollenweg werde schöner denn je neu gestaltet – als „Premiumweg“ (ein deutschlandweites Gütesiegel für naturnahe Wanderwege), die Stadt werde für die Trasse sorgen, die Zustimmung der Unteren Naturschutzbehörde einholen und den Versicherungsschutz übernehmen. Doch die Erleichterung über diese Ankündigung ist in Oberauerbach ziemlich verflogen. Harald Scherer, der 2007 Initiator der Wegegestaltung war, berichtet auf Merkur-Anfrage: „Die Stadt hat Versprechungen gemacht – halten tun sie sie nicht.“ Von der Stadt habe sich auch niemand mehr bei ihm gemeldet. Scherers Eindruck: „Die Sache ist eingeschlafen.“ Das sei schade, denn die Landschaft um den Weg sei so schön, dass der (teils ziemlich steile) Pfad weiter begangen werde. Aber meist nur nach oben, denn „abwärts ist es sehr rutschig“, seitdem die Holzaufbauten entfernt wurden. Gibt es Neues in Sachen Dollenweg-Neugestaltung? „Nein“, fasst Ortsvorsteher Andreas Hüther (CDU) kurz und knapp den Sachstand zusammen. Zwar habe die Stadt bei einem Treffen im August 2013 mit ihm, SPD-Ortsvereinschef Willy Danner-Knoke (der Ortsverein hatte die Patenschaft über den Dollenweg übernommen und beim Anlegen der Holzaufbauten 2007 fleißig mitgewirkt) und Verkehrsamtsleiter Thilo Huble „noch einmal die Zusage gegeben, den Weg neu zu gestalten“. Doch danach habe es gleich mehrere Verzögerungen gegeben, aus unterschiedlichen Gründen. So habe er in dem Gespräch den Auftrag erhalten, „eine Zusammenkunft mit dem Forst und dem Gartenbau zu organisieren“. Weil er aber zunächst geglaubt habe, dies solle das Verkehrsamt organisieren, habe er diese Zusammenkunft erst im Februar 2014 organisiert: „Zwei Stunden vor dem Termin wurde dieser dann vom UBZ abgesagt“. Denn UBZ-Chef Werner Boßlet sei nicht informiert gewesen, dass sein Gartenbau-Experte Heiko Hübscher kommen sollte – und habe erklärt, „der UBZ könne nicht alles machen“, so Hüther. Vergangenen November dann sei der Dollenweg noch einmal Thema in einer Ortsvorsteher-Besprechung mit dem Oberbürgermeister gewesen. Ergebnis: „Ich sollte mich nochmal drum kümmern. Dazu bin ich aus persönlichen Gründen aber noch nicht gekommen.“ Er habe dieses Jahr noch nicht einmal geschafft, eine Ortsbeiratssitzung einzuberufen, bittet Hüther um Verständnis. Ab der zweiten April-Hälfte wolle er aber in Sachen Dollenweg tätig werden.

Stadtsprecher Heinz Braun betont auf Merkur-Anfrage: „Der Dollenweg ist nicht vergessen.“ Die Neugestaltung brauche aber noch etwas Zeit – aus technischen Gründen. Ende 2014 habe die Stadt erfahren, „dass Sicherheitsüberprüfungen für alle Wege gemacht werden müssen, die ins Wanderwegenetz eingezeichnet sind“. Die Stadt habe daraufhin UBZ und Forstamt angefragt, „doch die sehen sich dazu nicht befähigt“. Deshalb müsse die Begutachtung ausgeschrieben werden. Dies werde aber sicher bis zum Sommer dauern. Danach werde es mit dem Gutachter eine Begehung des Dollenwegs geben und geschaut, was dort zu tun ist und wer aus Oberauerbach dabei helfen könnte. Klar sei für die Stadt das Ziel: „Auf jeden Fall wird der Dollenweg naturnah gestaltet, so wie es heute Standard ist, also weder mit Beton noch mit Holzstützpfeilern.“

Bericht Pfälzischer Merkur 2. Mai 2014 von Norbert Schwarz

TATSACHE IST, DASS EINFACH NICHTS MEHR PASSIERT“
Protestwanderung auf dem Dollen-Henrich-Weg

An das Versprechen von OB Pirmann, den zerstörten Dollen-Henrich-Weg wieder herzustellen, erinnerten gestern 35 Teilnehmer bei einer Protestwanderung. Die Stadt lässt die Sache schleifen – so ihr Eindruck.

Von Merkur-Mitarbeiter
Norbert Schwarz

Zweibrücken. Christian Stolle aus Niederauerbach wird ärgerlich, wenn Versprechen nicht eingehalten werden. Erst recht dann, wenn solche Versprechen von Repräsentanten der Stadt kommen, wie beim zerstörten Dollen-Henrich-Weg, der durchs Liebestal hoch zum Dollen Brunnen führt. Dort wurde das „Lebenswerk“ von Harald Scherer zerstört und von städtischer Seite gegebene Versprechen zur Wiederherstellung des Weges werden nach Einschätzung von Stolle partout nicht eingehalten.

Am späten Vormittag war die in Niederauerbach beim Gasthaus Sutter gestartete Protest-Wandergruppe losgegangen und traf sich beim Dorfgemeinschaftshaus in Oberauerbach mit den Protestwanderern um Harald Scherer, der vor Jahren den Weg mit anderen Helfern angelegt hatte (wir berichteten). Unter ihnen auch Oberauerbachs Ortsvorsteher Andreas Hüther, der als einziges Mitglied des Ortsbeirates zur Protestwanderung gekommen war und bei der kurzen Rast am Dollen Brunnen nochmals einen kurzen geschichtlichen Abriss zum eigentlichen Brunnen gab. Für Christian Stolle eine gute Gelegenheit, auf die städtischen Versprechen einzugehen und erneut darauf hinzuweisen, dass Zusagen nicht eingehalten werden. Dass die Stadt in der Sache der Hauptschuldige sei, werde wohl niemand leugnen können, meint Christian Stolle. „Da braucht man nicht groß zu recherchieren und Sätze wie ‚da muss man beide Seiten hören‘ sind alles nur Schutzbehauptung. Tatsache ist, dass einfach nichts mehr passiert.“ Ähnlich wertet Harald Schieler den augenblicklichen Verfahrensstand. Es gebe genügend Helfer die sich für eine Wiederherstellung des Weges einsetzen würden, doch außer vagen Terminzusagen, die nicht eingehalten sondern abgesagt wurden, habe es bisher nichts gegeben.

Behördenwillkür