Nicht nur Holz wurde zerstört

NICHT NUR HOLZ WURDE ZERSTÖRT
Die Demolierung des Dollen-Henrich-Wegs sorgt nicht nur politisch für viel Aufregung. Manche Oberauerbacher haben geweint, als sie sahen, dass die liebevoll von Bürgern gebauten Holzgeländer und -treppenstufen zersägt und in den Bach geschmissen worden sind. Was auf den ersten Blick wie das Werk von Vandalen aussah, war das Werk der Stadtverwaltung. Deren Bedenken sind zwar durchaus ernst zu nehmen. Denn Geländer geben subjektiv Sicherheit, objektiv aber nicht immer. Im Saarland ist letztes Jahr ein Wanderer zu Tode gestürzt, nachdem er sich gegen ein Geländer gelehnt hat, seitdem sind Kommunalverwaltungen vorsichtig geworden. Klar müsste aber auch sein: So darf man nicht mit Bürger-Engagement umgehen! Zumal der Weg ja nicht hinter dem Rücken von Politik und Verwaltung gebaut wurde: Die Stadt lieferte Material, die SPD Oberauerbach ist Wege-Pate. Und dann alles plattmachen, zwei Wochen nachdem Oberbürgermeister Kurt Pirmann sich bei der Übergabe der fast 900 (!) Unterschriften für den Erhalt fotografieren ließ? Das Bürgerhände-Werk platt zu machen, ohne mit dem Wege-Bauer zu sprechen, ohne den Ortsvorsteher zu informieren? Nach dem, was die Stadtspitze in unserer Donnerstagausgabe gesagt hat, war das so nicht beabsichtigt. Das kann man glauben oder nicht. Wichtiger ist die Frage, wie es mit dem beliebten Weg weitergeht. Sportliche Wanderer kommen ohne Geländer zurecht. Aber für viele ältere Menschen ist der Weg plötzlich kaum mehr nutzbar. Die Stadt sollte nun in die eigene Tasche greifen, um den Weg sicher zu machen – auf Bürger-Engagement kann sie in Oberauerbach vorerst wohl nicht mehr bauen.

Dabei weiß Kurt Pirmann fleißige Bürger-Hände durchaus zu schätzen: Als Land-Bürgermeister hatte er oft hervorgehoben, was dadurch auf den Dörfern im Gegensatz zur Stadt alles möglich ist. In Oberauerbach ist aber nicht nur Holz zerstört worden, sondern auch das Vertrauen von Bürgern in die Stadt. Die Stadtspitze hat bislang nur die „Umstände“ des Abrisses bedauert. Den Weg neu herzurichten sowie eine Ehrung für Harald Scherer könnte zwar nicht das zerstörte Holz, aber zerdeppertes Porzellan reparieren – damit die Nacht- und Nebelaktion nicht über den Vorort hinaus Bürger von Engagement abschreckt.

Quelle: Pfälzischer Merkur

Schreiben an der SWR 3 Zur Sache Rheinland-Pfalz

***** Diese Nachricht wurde über das SWR.de Mailformular gesendet! *****
Datum: 02.12.2012, 20:07 Uhr
Empfänger: Zur Sache Rheinland-Pfalz
Von der Seite: http://www.swr.de/zur-sache-rheinland-pfalz/-/id=7446566/1j7fdhf/index.html

Absender: Harald Scherer
E-Mail: harsch13@gmail.com
Telefon: 06337-2192

Nachricht:
Sehr geehrte Damen und Herren!

In den frühen 70iger Jahren hat unser damaliger Ortsvorsteher mit einigen ehrenamtlichen Bürgern in einer Schlucht
der Ortsgemeinde Oberauerbach einen Wanderweg mit etlichen Brücken und Ruheplätze aus der Taufe gehoben.
Leider hat der Orkan “Wipke” 1991 alles zerstört.
2005 haben einige Bürger und meine Wenigkeit, den Wanderweg wieder begehbar gemacht. Die Stadt Zweibrücken
lieferte mehrere Tonnen Befestigungsmaterial und Betonrohre um die nassen Stellen begehbar zumachen.
2010/11 erhielt der Wanderweg in einer Ortsbeiratssitzung die Bezeichnung “Dollen-Henrich-Weg”.
Des weiteren ist zu bemerken, dass dieser Weg im Rahmen einer Sonderbeilage des Pfälzischen Merkur (Lokale Zeitung)veröffentlicht wurde und auch im Wanderwegenetz der Stadt Zweibrücken kartiert worden ist.

Am 13. 11. 2012 erhielt ich nun folgendes Schreiben der Stadt Zweibrücken. Stadtverwaltung, Postfach 1853,66468 Zweibrücken
Einschreiben mit Rückschein
Herrn
Harald Scherer
Reitweg 3
66482 Zweibrücken

Stadt ZWEIBRÜCKEN
Stadtverwaltung
Kämmerei
Herzoqstr, 3
66482 Zweibrücken
Auskunft erteilt Frau Krug
Zimmer 250
Telefon 06332/871-208
Fax 06332/871-216
E-Mail andrea.krug@zweibruecken.de

Datum und Zeichen Ihres Schreibens Unser Zeichen

Datum

illegal errichtete bauliche Anlagen auf dem städtische Grundstück Flst.Nr.
829 Gemarkung Oberauerbach . •
Sehr geehrter Herr Scherer,
mit Schreiben vom 23.05. und 04.06.2012 haben wir Sie darum gebeten, die von Ihnen
errichteten baulichen Anlagen und Pfade auf dem o. g. städtischen Waldgrundstück zu
beseitigen und den ursprünglichen Zustand des Grundstücks wieder herzustellen. Dies ist
bis heute nicht geschehen.
Die Angelegenheit wurde durch das Rechtsamt und den Stadtvorstand der Stadt
Zweibrücken nochmals geprüft. Dabei wurde am 05.11.2012 der Beschluss gefasst,
dass alle illegal errichteten baulichen Anlagen zu entfernen sind.
Wegen erheblicher Verletzungsgefahr ist umgehend die Schaukel, die Holzbrücke mit
Geländer an der Schlucht und die Sitzgruppe zu entfernen. Hierzu geben wir Ihnen bis
zum 2. Dezember Gelegenheit.
Bis zum 31.12.2012 sind alle anderen von Ihnen errichteten baulichen Anlagen,
Markierungen sowie Abgrabungen und Bodenbefestigungen, insbesondere
Sitzbänke,
Stufen, Treppen mit den jeweiligen Befestigungen,
Schilder, Tafeln,
Markierungen an den Bäumen,
Brücken,
Geländer,
Pfade,
zwei quer liegende Baumstämme mit Eisenbefestigungen,
sonstige Aufbauten,
zu beseitigen.

Widerspruch wurde fristgerecht gestellt.

Ist das nicht reine Willkür der Stadt Zweibrücken?

Ihre Hilfe ist dringend erforderlich.

Mit freundlichen Grüßen

Harald Scherer

Eine Stimme aus der Nachbargemeinde Großbundenbach:

Hallo Herr Scherer,

das Schreiben der Stadtkämmerei hat auch mich beim Lesen getroffen. Wie kann man die ehrenamtliche Arbeit eines Bürgers so missachten. Sie haben einen der attraktivsten Wege im Umkreis hergerichtet, der meines Erachtens Premiumqualität hat. Für diesen Weg habe ich immer geworben, eben weil er so schön ist.

Es wundert mich, dass der Weg zurückgebaut werden soll, da er ja Teil des Oberauerbacher Wanderwegenetzes ist.

Ich wünsche nicht nur Ihnen, sondern auch mir und allen anderen Wanderern, dass dieser Weg erhalten bleibt.

Mit freundlichen Grüßen

Elke Rapp,

Vorsitzende der Erlebniswanderführer Pfälzer Mühlenland

Gesendet: Montag, 19. November 2012 um 12:58 Uhr

Auf meiner Hompage können Sie sich einige Bilder ansehen.

http://www.harald-scherer.de gehen Sie in die Galerie “Wandern in Oberauerbach”

Behördenwillkür